ich weiß nicht, ob ich dir das so sagen kann,
deshalb schreib ich's einfach.
Mir fällt schon länger auf, dass es dir nicht gut geht. In der Schule ist das alles echt mies für dich. Diese Sprüche, dieses Lachen… auch wenn die immer sagen „war doch nur Spaß", ist es halt keiner.
Ich seh das.
Und ich glaub, du bist damit ziemlich allein.
Als du mir gesagt hast, dass du in mich verliebt bist… ich war voll überfordert. Ich wollte ehrlich sein und dir nichts vormachen, aber seitdem hab ich das Gefühl, dass ich dich damit noch mehr verletzt hab.
Das tut mir wirklich leid.
Du bist mir wichtig. Wirklich. Nur halt nicht so, wie du es dir vielleicht gewünscht hast.
Und ich mach mir Sorgen, weil du dich so verändert hast. Du bist irgendwie immer für dich, auch wenn andere da sind. In den Pausen, im Unterricht… du bist einfach weg.
Und dann diese Videos… ich check das alles nicht richtig, aber es wirkt so, als würdest du da irgendwas suchen. Ich glaub aber, dass du da jemanden kennengelernt hast, der dir nicht gut tut.
Ich wünsch mir einfach, dass es dir besser geht.
Du musst da echt nicht alleine durch.
Silas Mutter macht sich große Sorgen um ihren Sohn. In letzter Zeit hat er sich stark verändert: Er zieht sich zurück, wirkt wütend und spricht plötzlich ganz anders über seine Mitschülerinnen und Mitschüler. Niemand versteht so richtig, was mit ihm passiert ist.
In diesem interaktiven Spiel werdet ihr Teil eines Beratungsteams, das gemeinsam mit einer Fachkraft von beRATen e. V. herausfinden soll, was hinter Silas Veränderung steckt. Ihr untersucht Hinweise, entdeckt Chatverläufe, Sprachnachrichten und Social-Media-Inhalte und erlebt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven – aus der von Silas, seiner Mutter und einer Freundin.
Dabei geht ihr der Frage nach, wie sich Überzeugungen entwickeln können, welche Rolle Social Media spielt und wie aus Orientierungssuche Schritt für Schritt Radikalisierung entstehen kann.
die beste Freundin von Silas