Beim Scrollen durch Social Media liegt alles nebeneinander: lustige Memes, Videos von süßen Hunden, Musikvideos, Nachrichten oder Diskussionen über Weltpolitik. Genau da verschwimmen manchmal die Grenzen. Zwischen witzigen Clips oder Lifestyle-Content tauchen auch Inhalte auf, die extremistische Botschaften enthalten – oft ohne dass man es sofort merkt.
Gruppen aus der sogenannten „Peripherie des Extremismus“ nutzen genau diesen Mix. Sie greifen Trends, Musik oder Lifestyle-Themen auf und bauen ihre Ideologien so ein, dass es wie ganz normaler Content wirkt. Ein Video kann sich also wie Unterhaltung anfühlen, gleichzeitig aber eine bestimmte Denkweise transportieren.
Dazu kommt, dass die Akteur:innen oft miteinander vernetzt sind. Inhalte von einem Kanal werden gespiegelt, auf anderen Plattformen geteilt oder gegenseitig kommentiert. So entsteht der Eindruck, dass viele verschiedene Stimmen dasselbe sagen, obwohl es sich oft um ein eng verbundenes Netzwerk handelt.
Der Algorithmus verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Er belohnt Inhalte, die besonders emotional oder provokativ sind, weil diese viele Klicks und Reaktionen erzeugen. Genau solche Inhalte landen dann häufiger im Feed – auch bei Menschen, die nicht gezielt danach gesucht haben.
Darum ist es wichtig zu verstehen, wie solche Inhalte funktionieren. Sie setzen oft auf starke Gefühle, einfache Erklärungen oder ständige Wiederholung. Wer das erkennt, kann besser unterscheiden, was wirklich harmlos ist und was einen in eine bestimmte Richtung lenken soll.
Schutz vor Extremismus im Netz beginnt damit, die Mechanismen von Vernetzung und Algorithmen zu kennen und zu verstehen, wie dadurch Einfluss entsteht